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Trotz dieser  Einnahmen des westafrikanischen Staates aus der Öl- und Gasproduktion lebt ein Großteil der Menschen in der wichtigsten Förderregion - dem Nigerdelta - in Armut. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, und es kommt verstärkt zu Unruhen. Vor diesem Hintergrund kommt es immer wieder auch zu Diebstählen von Öl sowie zu Angriffen auf Öl- und Gasförderanlagen. Das führt nicht nur zu zurückgehender Ölproduktion im Lande, sondern vor allem zu großen Umweltproblemen und ausbleibenden Einnahmen des Staates.

Auf den folgenden Seiten wollen wir Ihnen einige Informationen zu diesem Thema geben. Vertiefende Informationen finden Sie auch auf unserer englischsprachigen Webseite Shell in Nigeria.

Shell in Nigeria

Shell ist bereits seit mehr als 50 Jahren in Nigeria präsent und sieht sich dem Land, seinen Menschen und seiner Wirtschaft langfristig verbunden. Gesellschaften der Shell Gruppe fördern Öl und Gas auf dem Festland in den Sumpfgebieten des Nigerdeltas sowie aus Tiefseelagerstätten vor der Küste. Die Gesamtförderung der durch Shell Gesellschaften betriebenen Anlagen betrug im Jahr 2011 knapp 1 Mio. Barrel Öläquivalent pro Tag.

Shell ist auch an Nigerias Anlage zur Verflüssigung von Erdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) in der Gemeinde Bonny beteiligt, von der aus in alle Welt exportiert wird.

Die Shell Petroleum Development Company of Nigeria Limited (SPDC) ist das größte private Öl- und Gasunternehmen in Nigeria. Sie ist - unter anderem - Betreiberin eines Joint Ventures der staatlichen Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC, 55 %), SPDC (30 %), Elf Petroleum, Nigeria Limited (einer Tochter von Total, 10 %) und Agip (5 %).

Fortgesetzte Angriffe auf die Ölförderung

Die sozialen Unruhen im Land haben sich zu einer beunruhigenden kriminellen Bewegung ausgeweitet, die vor allem vom Diebstahl großer Rohölmengen lebt. Schwer bewaffnete und organisierte Gruppen greifen Öl- und Gasförderanlagen im Nigerdelta an, bringen die Förderung zum Stillstand, entführen Personal und sabotieren Transportleitungen. Lastkähne bringen das gestohlene Öl zu Tankern, die vor der Küste warten. Wie viel Öl gestohlen wird, ist nur schwer zu schätzen. Die Angaben dazu schwanken je nach Quelle.

In den Jahren 2010/2011 wurden 237 Fälle gemeldet, in denen Rohöl von Einrichtungen der Shell Gesellschaft SPDC (s.u.) gestohlen wurde. Diese Diebstähle gingen einher mit Vandalismus, Ölaustritten und Bränden. Im Jahr 2011 wurden 145 Personen festgenommen, dabei wurden 18 Tanklaster, 22 weitere Fahrzeuge, 16 Lastkähne und 35 vor Ort hergestellte Schiffe beschlagnahmt. Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs.

Umweltschäden durch Sabotage und Diebstähle

Seit vielen Jahren sind die Fördereinrichtungen von SPDC – so wie auch anderer Gesellschaften – vielfachen Angriffen ausgesetzt. SPDC betrachtet es als ihre Pflicht, Ölleckagen schnellstmöglich zu beseitigen - unabhängig davon, wie sie entstanden sind. Der Großteil der Ölleckagen im Nigerdelta ist das Resultat von Sabotagen oder Diebstählen, bei denen Diebe Löcher in Pipelines bohren oder Bohranlagen öffnen, um Öl oder verflüssigtes Gas zu entwenden. Durchschnittlich 74 Prozent der Ölleckagen aus SPDC-Anlagen bzw. 73 Prozent des insgesamt im Delta ausgetretenen Öls waren während der vergangenen fünf Jahre (2007 bis 2011) die Folge solcher Sabotageakte.

Wir bedauern, dass die anderen Leckagen betriebsbedingt verursacht wurden - in manchen Fällen beispielsweise durch die missglückte Reparatur von zerstörten Leitungen. Wir betrachten jeden Ölaustritt als einen sehr ernsten Vorfall, und die Mitarbeiter und Kontraktoren der SPDC unternehmen alles, um solche betrieblich verursachten Leckagen zu verhindern.