E10 – Ottokraftstoff mit bis zu 10% Bioethanol

Biokraftstoffe sind die einzige Kraftstoff-Alternative zur Ergänzung des heutigen Kraftstoff-Mix, die schon jetzt nahezu nahtlos genutzt werden kann. Da Biomasse zu den nachwachsenden Rohstoffen gehört, können Biokraftstoffe zur Ressourcenschonung beitragen und durch Diversifizierung die Versorgungssicherheit erhöhen.

Beimischungspflicht für Biokraftstoffe

Unternehmen, die Kraftstoffe in den Verkehr bringen, werden seit 2007 durch das Biokraftstoffquotengesetz von der Bundesregierung verpflichtet, fossilen Kraftstoffen einen steigenden Mindestanteil an Biokraftstoffen beizumischen. Bis Ende 2014 galt eine energetische Beimischungsverpflichtung, nach der fossilen Kraftstoffen 6,25% Energieanteil Biokraftstoffe beizumischen waren. Seit 2015 müssen die Inverkehrbringer von Kraftstoffen eine Treibhausgasminderungsquote in Höhe von 3,5% erfüllen. Da Biokraftstoffe nur etwa halb so hohe Treibhausgasemissionen verursachen wie fossile Kraftstoffe, müssen hierfür heute sechs bis sieben Prozent Biokraftstoffe beigemischt werden. Bis 2020 steigt die Treibhausgasminderungsquote weiter auf 6%.

Ottokraftstoff-Norm (E5 und E10)

Ottokraftstoff darf in Deutschland nur in den Verkehr gebracht werden, wenn er die Ottokraftstoff-Norm DIN EN 228 erfüllt. Nach DIN EN 228 dürfen dem Ottokraftstoff bis zu fünf Volumenprozent (5%) Bioethanol ohne Kennzeichnung und bis zu zehn Volumenprozent (10%) Bioethanol mit Kennzeichnung beigemischt werden; dies wird entsprechend an der Zapfsäule mit dem ergänzenden Schriftzug „Enthält bis zu 10% Bioethanol“ gekennzeichnet. Das Ottokraftstoffen beigemischte Ethanol muss die Kraftstoffnorm DIN EN 15376 erfüllen.

Ottokraftstoff E5 ist heute Standardkraftstoff für Kraftfahrzeuge mit Benzinantrieb in Deutschland und in der EU.

Wo kommt der Bioanteil in E5 und E10 her?

In Deutschland wird Bioethanol hauptsächlich aus Mais, Weizen und Zuckerrüben erzeugt. Informationen zur Herkunft und Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen werden regelmäßig von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlicht; siehe www.ble.de.

Shell setzt auf nachhaltig zertifizierte Biokomponenten; seit dem 1.1.2011 dürfen nur noch zertifizierte Biokraftstoffe verwendet werden.

Welche Fahrzeuge vertragen E10?

Der Ottokraftstoff E10 ist nur für Fahrzeuge geeignet, die von ihrem Hersteller dafür freigegeben worden sind. Die meisten Fahrzeuge mit Ottomotoren, insbesondere Neuwagen sind für den Einsatz von E10 ausgelegt . Nur bei weniger als 10% der in Deutschland gemeldeten, mit Ottokraftstoff betriebenen Fahrzeuge kann es nach Auskunft der Automobilhersteller zu Problemen kommen. Deshalb ist Ottokraftstoff mit einem 10%igen Bioethanolanteil an der Zapfsäule mit dem ergänzenden Schriftzug „Enthält bis zu 10% Bioethanol“ zu kennzeichnen. Zusätzlich findet sich an der Zapfsäule der Hinweis: „Verträgt Ihr Fahrzeug E10? Herstellerinformationen einholen! Im Zweifel Super oder V-Power Racing tanken!“

Grundsätzlich sollte  für jedes E10 tankende Fahrzeug, auch für neuere Fahrzeuge, eine Freigabe des Fahrzeugherstellers vorliegen. Entsprechende Informationen erhalten Sie unter anderem im Internet auf den Seiten der Fahrzeughersteller, der Deutschen Automobil Treuhand GmbH, der nachstehend aufgeführten Verbände und des Bundesumweltministeriums; siehe auch www.dat.de/e10. Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Fahrzeughersteller, -händler oder Ihre Kfz-Werkstatt.

Das Tankstellenpersonal – auch der Tankwart - kann Ihnen aus Haftungsgründen leider keine Auskunft über die E10-Verträglichkeit Ihres Fahrzeugs geben.

In welchen anderen europäischen Ländern gibt es E10?

Auch in der EU ist Super E5 mit einem Anteil von über 70% der Standard-Kraftstoff. Super E10 hat bei den Ottokraftstoffen in der EU heute (2014) einen Marktanteil von rund 10%, der Rest ist reiner Ottokraftstoff (E0)*.

Auch andere Länder haben E10 bereits eingeführt oder erwägen dies; bitte prüfen sie stets, ob es sich um gekennzeichneten Ottokraftstoff (E10) handelt und ihr Fahrzeug dafür freigegeben ist.

Einige ältere Fahrzeuge sind für die Verwendung von Kraftstoff mit einem hohen Anteil an Biokraftstoff nicht freigegeben. Diese Fahrzeuge bewegen sich möglicherweise grenzüberschreitend in mehreren Mitgliedstaaten. Daher muss in einer Übergangszeit die stetige Versorgung mit für diese älteren Fahrzeuge geeigneten Kraftstoffen gesichert werden. Die Mitgliedstaaten sollten diese in Abstimmung mit den Beteiligten in angemessener Weise im gesamten Gebiet sicherstellen und dabei die Nachfrage nach dieser Art von Kraftstoff berücksichtigen. Die Kennzeichnung von Kraftstoff etwa als E5- oder E10-Kraftstoff sollte mit der entsprechenden, durch das Europäische Komitee für Normung (CEN) festgesetzten Norm im Einklang stehen. Folglich muss flächendeckend eine Schutzsorte mit maximal 5% Bioethanolgehalt für Fahrzeuge, die nicht E10 kompatibel sind, angeboten werden.

Die EU gibt vor, dass alle Mitgliedstaaten bis 2020 10 Energieprozent durch erneuerbare Energien sowie eine Treibhausgasminderungsquote von 6% erreichen sollen. Um die EU-Ziele zu erreichen, wurde die Einführung von E10 als Kraftstoffsorte in der EU-Kraftstoffqualitätsrichtlinie (2009/30/EG) vorgesehen. Es ist davon auszugehen, dass noch weitere Länder mit der Einführung von E10 folgen werden.

Die Schweiz ist nicht Mitglied der Europäischen Union. In der Schweiz ist vorerst nicht geplant, einen E10-Kraftstoff als Standardsorte einzuführen.

* Quelle: EEA, EU fuel quality monitoring 2014.

Führt die Beimischung von Bioethanol zu Mehrverbrauch?

Wird der Bioethanolgehalt in Ottokraftstoff erhöht, steigt auch der Kraftstoffverbrauch, da Bioethanol einen geringeren Energiegehalt als konventioneller Ottokraftstoff besitzt.

Bei einer Anhebung von maximal 5% auf maximal 10% Bio-Ethanolanteil ergibt sich ein rechnerischer Mehrverbrauch von weniger als 2%. Der tatsächliche Kraftstoffverbrauch hängt jedoch von einer Vielzahl von Faktoren ab – insbesondere dem Fahrstil; dabei kann die erhöhte Bio-Ethanolbeigabe leicht durch andere Effekte überkompensiert werden.

Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Internet-Seiten:

Das Tankstellenpersonal – auch der Tankwart - kann Ihnen aus Haftungsgründen keine Auskunft über die E10-Verträglichkeit Ihres Fahrzeugs geben.

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