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Shell Energie-Dialog in Stuttgart - 04.11.2009

„Auto-Mobilität im Wandel“ – Alternative Antriebe vor dem Durchbruch?

Referenten

Begrüßung:

  • Dr. Peter Blauwhoff, Vorsitzender der Geschäftsführung, Deutsche Shell Holding GmbH  

Einführung:

  • Dr. Jörg Adolf, Chef-Volkswirt, Shell Deutschland Oil GmbH 

Podium:

  • Tanja Gönner, Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg
  • Günter Knopf, Erster Vizepräsident, ADAC
  • Dr. Klaus Dieterich, Vorsitzender des Zentralbereichs Forschung und Vorausentwicklung, Robert Bosch GmbH
  • Dr. Harry Brambach, Präsident, Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg
  • Dr. Jörg Adolf, Chef-Volkswirt, Shell Deutschland Oil GmbH

Verbrennungsmotor auch zukünftig Hauptantriebsart

Von Cornelia Wolber

Elektroauto, Hybridauto, Brennstoffzellen und Batterien. Fast scheint es, es gebe es in der einschlägigen Presse kein anderes Thema mehr. Und manch einer erweckt bereits den Eindruck, als würden wir schon in zehn Jahren alle zum Tanken an die Steckdose fahren.

„Hier tut ein wenig mehr Realismus zweifellos gut“, sagte Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) beim 22. Shell Energie Dialog zum Thema „Auto-Mobilität im Wandel“ – Alternative Antriebe vor dem Durchbruch, zu dem am Mittwoch Abend mehr als 140 Gäste ins Römerkastell in Stuttgart gekommen waren.

Per 1.1.2009 meldete das Kraftfahrzeugbundesamt exakt 1452 Elektrofahrzeuge in Deutschland. Davon gut 300 in Baden-Württemberg. „Da können sie jeden per Handschlag begrüßen“, pflichtete Wolfgang Molitor, stellvertretender Chefredakteur der Stuttgarter Nachtrichten und Moderator des Abends, der Ministerin bei.

Doch wohin geht die Reise? Zwar verfüge Shell nicht „über eine Glaskugel, mit der wir die automobile Zukunft vorhersagen können“, sagte der Vorsitzende der Geschäftführung Deutsche Shell Holding GmbH, Dr. Peter Blauwhoff. Wohl aber gehöre Shell zu den Pionieren der Szenario-Technik. So beobachte das Unternehmen bereits seit 1958 die Entwicklung des motorisierten Individualverkehrs.

Eine Zusammenfassung der 25. Shell Pkw-Szenarien bis 2030 präsentierte der Chefvolkswirt der Shell in Deutschland, Dr. Jörg Adolf. Und der hatte eine klare Botschaft: Zwar werden alternative Antriebsformen wie Hybrid-, Elektro- und Wasserstofftechnologie tendenziell zunehmen, doch wird der Verbrennungsmotor auch in Zukunft die Hauptantriebsart bleiben.

Das gilt auch unter der Annahme, dass die Politik deutlich strengere klimapolitische Rahmenbedingungen setzen sollte (Alternativ-Szenario).  Zweifellos würde sich der technologische Wandel dadurch beschleunigen und sich damit alternative Kraftstoffe und Antriebe schneller über Neuzulassungen im Pkw-Bestand durchsetzen, erklärt Adolf.

Im Ergebnis würden bis 2030 rund die Hälfte aller Neuzulassungen Hybrid-Fahrzeuge sein – mehr als reine Otto- und Diesel-Antriebe zusammen. Parallel dazu beschleunige sich der technische Fortschritt konventioneller Antriebe, was sich in rascher sinkenden spezifischen Kraftstoffverbräuchen bemerkbar machen würde. Nachhaltige Biomasse steht reichlicher zur Verfügung, Biokraftstoffe erreichen im Jahr 2030 einen Anteil von 15 % an konventionellen Flüssigkraftstoffen. Elektro-Fahrzeuge kommen bis 2030 auf einen Anteil von 10 % an den Neuzulassungen und machen dann etwa 2 Mio. Fahrzeuge im Pkw-Bestand aus.

Aber eben auch nicht mehr.  „Es gibt keine Trendumkehr in 2030“, adressierte auch der erste Vizepräsident des ADAC, Günter Knopf. Und das sei auch gut so. Schließlich könnten dann die Gelben Engel auch 2030 noch Dienst am ADAC-Kunden leisten „ohne eine Elektrofachausbildung vorweisen zu müssen“, sagte Knopf.

Der  Vorsitzende des Zentralbereiches Forschung und Vorausentwicklung der Robert Bosch GmbH, Dr. Klaus Dieterich, nannte die Antwort auf die Frage nach der Wirtschaftlichkeit als einen der Kernpunkte für den Durchbruch alternativer Antriebssysteme.

Dem konnte Dr. Harry Brambach, Präsident des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg nur beipflichten. Statistisch gesehen habe sich jeder sechste Besucher der IAA für Alternative Antriebe interessiert, sagte Brambach. Aber neben der Nachhaltigkeit und einem anspruchsvollen Design sei eben auch die Bezahlbarkeit für den Kunden ausschlaggebend.