Insgesamt stellen sich bis zum Sonntag rund 200 Mannschaften aus Europa und Afrika der Herausforderung. Nur Frankreich hat mit 57 angemeldeten Teams eine noch größere Delegation als Deutschland bei der 30. Auflage dieses weltgrößten Effizienz-Wettbewerbs. Es werden insgesamt rund 50.000 Besucher in der niederländischen Hafenstadt erwartet.

Auch in diesem Jahr wurden die Teilnehmer wieder vor neue Herausforderungen wie die Änderung der Fahrtrichtung auf der Wettkampf-Strecke gestellt. So wurde mehr Chancengleichheit für erfahrene Teilnehmer des Shell Eco-marathon und Neueinsteiger ermöglicht. Fahrerin Lisa Kugler vom Team TUfast Eco der Technischen Universität München sagte mit Blick auf die Streckenkenntnis: „Wir versuchen natürlich möglichst zu vermeiden, dass wir bremsen. Das verringert die Bewegungsenergie des Fahrzeugs.“ Der Sonnenschein sorgte bei den Teilnehmern nach vielen Regenschauern in den Vorjahren für gute Laune – bei einigen Teams allerdings ganz besonders. Auch Kuglers Team war froh: „Da wir auf Solarzellen als zusätzliche Energiequelle neben dem Akku setzen, hilft uns die Sonne, Energie zu sparen.“

Für Aufsehen hatte im vergangenen Jahr ein französisches Team mit seinem Prototypen gesorgt: 2.980 Kilometer mit einem Liter Benzin wurden für das Fahrzeug der Nachwuchsingenieure aus dem Nachbarland verbucht – eine Strecke so weit wie von München bis nach Casablanca. In einer anderen Kategorie hat auch eine deutsche Mannschaft einen Titel zu verteidigen: Ein Team der Hochschule Offenburg siegte 2013 im UrbanConcept-Klassement für Diesel-Antriebe.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka sagte in ihrem Grußwort als Schirmherrin der Veranstaltung: „Diese jungen Menschen sind der Nachwuchs, der in Zukunft nachhaltige Mobilität für uns alle entwickelt und damit dazu beiträgt, unsere Umwelt weniger zu belasten, ohne dabei auf mobile Freiheiten verzichten zu müssen.“ Auch Wolfgang Warnecke, Shell Chief Scientist Mobility, würdigte das Engagement aller Teilnehmer beim Wettkampf um mehr Effizienz auf der Straße: „Es ist beeindruckend, mit welchem Einsatz sie diese Herausforderung annehmen, und ich bin sehr gespannt darauf, ihre Anstrengungen in Rotterdam hautnah miterleben zu können.“

Die Herausforderungen für die Mobilität der Zukunft sind groß, der weltweite Energiebedarf wird sich angesichts der wachsenden Bevölkerung bis 2050 verdoppeln. Die Zahl der Fahrzeuge wird von heute gut 900 Millionen auf mehr als zwei Milliarden steigen. Ideen für nachhaltige Mobilität sind notwendig. Bundesministerin Wanka sagte: „Nur durch Forschung, Entwicklung und Innovation kann das Ziel einer bezahlbaren, umweltverträglicheren und nachhaltigen Mobilität für uns alle erreicht werden.“

Gefahren wird in zwei Kategorien: Im Gegensatz zu „UrbanConcept“ – hier müssen die Fahrzeuge auch für den Straßenverkehr geeignet sein – sind den Teams in der Kategorie „Prototyp“ bei der Konstruktion so gut wie keine Grenzen gesetzt. In beiden Kategorien stehen den Jungingenieuren sechs Antriebsarten zur Auswahl: Benzin, Diesel und die jeweiligen Kraftstoffalternativen sowie Elektromobilität via Brennstoffzelle oder Batterie.

Im Wettkampf müssen die Teams mit ihren Fahrzeugen zehn Runden auf dem Straßenparcours zurücklegen, um in die Wertung aufgenommen zu werden. Dabei dürfen sie das zeitliche Limit von 39 Minuten nicht überschreiten; die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt mindestens 25 km/h. Danach wird der Kraftstoffverbrauch ermittelt und hochgerechnet, wie weit das Fahrzeug gekommen wäre, wenn es einen ganzen Liter Kraftstoff oder dessen Gegenwert in Kilowattstunden verbraucht hätte. Sieger ist das Team mit der weitesten Strecke.

Die Teams aus Deutschland:

Hamburg

  • Hamburg: ECO Team HAW Hamburg (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg)

Sachsen-Anhalt

  • Merseburg: EcoEmotion (Hochschule Merseburg)

Bayern

  • Garching bei München: TUfast Eco Team (Technische Universität München)
  • München: Hydro2Motion (Hochschule für Angewandte Wissenschaften München)
  • Ingolstadt: eta-nol (Technische Hochschule Ingolstadt)

Brandenburg

  • Neuruppin: Evi Neuruppin (Evangelische Schule Neuruppin), Ruppin Jet (Oberstufenzentrum Ostprignitz-Ruppin)
  • Senftenberg: Lausitz Dynamics (Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (Campus Senftenberg))

Mecklenburg-Vorpommern

  • Rostock: Hanseatic Racing Organisation (Universität Rostock)
  • Stralsund: ThaiGer-H2-Racing Stralsund (Fachhochschule Stralsund)

Sachsen

  • Chemnitz: Fortis Saxonia (Technische Universität Chemnitz)

Baden-Württemberg

  • Karlsruhe: High-Efficiency-Karlsruhe (Hochschule Karlsruhe)
  • Offenburg: Schluckspecht (zwei Teams der Hochschule Offenburg)

Nordrhein-Westfalen

  • Köln: Team NAOB (Nicolaus-August-Otto-Berufskolleg Köln)
  • Bonn: Pinto (heinrich-hertz-europakolleg der bundesstadt bonn)
  • Minden: mobileo (Leo-Sympher-Berufskolleg)

Rheinland-Pfalz

  • Trier: proTRon (zwei Teams der Hochschule Trier)

Hessen

  • Friedberg: THM Motorsport-Team Efficiency (Technische Hochschule Mittelhessen)

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