Mit 494.148 zugelassenen Pkw bzw. einem Anteil von 1,1% ist Flüssiggas, auch Autogas genannt, der wichtigste alternative Antrieb im deutschen Pkw-Bestand, und zwar noch deutlich vor Hybrid- und Elektro-Antrieben. Dabei hat die Zahl der Autogas-Pkw in den vergangenen 10 Jahren deutlich zugenommen – 2005 gab es erst knapp 20.000 Autogas-Pkw.

In einer neuen Studie, die heute veröffentlicht wurde, befasst sich Shell mit den Anwendungen von Flüssiggas sowie insbesondere mit den Potenzialen und Perspektiven von Flüssiggas als Energieträger. Neben nicht-automobilen Anwendungen steht der Einsatz von Flüssiggas im Straßenverkehr - und hier speziell in Pkw - im Fokus.

Meist handelt es sich bei Autogasfahrzeugen um umgerüstete Benzin-Pkw – fast alle gängigen Benzinmodelle können umgerüstet werden. Für schwere Diesel-Lkw werden auch so genannte Dual Fuel-Antriebe, die sowohl Dieselkraftstoff als auch Autogas nutzen, angeboten. Technisch möglich, aber noch keine oder kaum Anwendung findet Flüssiggas auf der Schiene oder in der Schifffahrt.

Flüssiggas ist ein leichter Kohlenwasserstoff. Von den weltweit rund 280 Millionen Tonnen Flüssigas pro Jahr fallen etwa 60% als Nebenprodukt bei der Öl- und Gasförderung und rund 40% bei der Rohölverarbeitung in Raffinerien an. Global hat vor allem das Flüssiggasaufkommen aus der steigenden Erdgasförderung zugenommen; das in Deutschland eingesetzte Flüssiggas stammt hauptsächlich aus Raffinerien – ein steigender Anteil wird jedoch importiert.

Flüssiggas ist vielseitig verwendbar: Es wird als Brennstoff zum Heizen und Kochen eingesetzt und dient als Kühl- bzw. Treibmittel. Für die Petrochemie ist Flüssiggas ein alternativer Einsatzstoff zur Produktion von Ethylen und Propylen, die wiederum zu Kunststoffen weiter verarbeitet werden. Und Flüssiggas kann – nach technischen Modifikationen am Fahrzeug - als gasförmiger Kraftstoff in Kraftfahrzeugen eingesetzt werden.

Flüssiggas lässt sich gut transportieren und speichern. Es verbrennt sehr sauber und verursacht etwa 10% weniger Treibhausgasemissionen als flüssige Energieträger. Als Treib- oder Kühlmittel schont es zudem die Ozonschicht. „Für viele Verbraucher entscheidend ist jedoch, dass Flüssiggas günstiger ist als alternative Einsatzstoffe. Das gilt vor allem für die Anwendung als Autogas,“ sagte Dr. Jörg Adolf, Chefvolkswirt von Shell Deutschland. 

In den vergangenen Jahren war Autogas wirtschaftlich sehr vorteilhaft; mit dazu beigetragen hat die Energiesteuerermäßigung gegenüber Benzin um rund 80%. Nach aktuellem Energiesteuergesetz würde die geltende Steuerermäßigung ab 2019 deutlich abgeschmolzen. „Für Autogasnutzer wird es höchste Zeit, Klarheit über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu erlangen; schließlich kostet die Autogas-Ausrüstung ja auch zusätzliches Geld,“ so Studienleiter Adolf. Schon im vergangenen Jahr ist der Autogas-Pkw-Bestand erstmals wieder leicht zurückgegangen. Ohne Autogas-Neuzulassungen- bzw. –Umrüstungen könnte sich der Autogas-Bestand innerhalb weniger Jahre halbieren; würde hingegen der heutige Energiesteuersatz auf Autogas fortgeschrieben, könnte der Autogas-Pkw-Bestand bis 2030 auf eine Million Pkw anwachsen.

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