Das Brent Feld liegt rund 190 km nordöstlich der Shetland Inseln, in einer Region mit meterhohen Wellen, orkanartigen Stürmen und starken Strömungen.

Entwickelt wurde das Brent-Feld in den 70er Jahren unter dem Eindruck der ersten Ölpreiskrise 1973. Damals forcierten Verbraucherländer die Erschließung von Vorkommen außerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), so auch der Nordsee.

Eine Übersicht mit Daten und Fakten zum Brent-Feld finden Sie hier.

Aus heutiger Sicht mag es verwundern, dass beim Design der Plattformen Überlegungen zum späteren Rückbau der Anlagen keine Priorität hatten. Seither wurden die technischen und Umweltstandards erheblich weiterentwickelt. Mittlerweile müssen alle neu installierten Plattformen in der Nordsee so gestaltet sein, dass sie vollständig entfernt werden können.

Für einige wenige alte und sehr große Anlagen – wie die im Brent-Feld – ist das jedoch nicht zwingend die beste Lösung. Daher haben die in der sogenannten OSPAR-Kommission vertretenen Regierungen Ausnahmen ermöglicht und in anderen Fällen auch bereits erteilt.

Dafür müssen die Betreiber in einem staatlich genau festgelegten Verfahren anhand von fünf Kriterien in einer „vergleichenden Bewertung“ nachweisen, dass das Belassen von Anlagenteilen vor Ort die insgesamt beste Lösung darstellt.

Die vorgeschriebenen fünf Kriterien sind:

  • die Sicherheit der Menschen, die an diesem Projekt arbeiten
  • die Auswirkungen auf die Umwelt
  • technische Umsetzbarkeit
  • die Auswirkungen auf die betroffenen Gemeinden
  • Wirtschaftlichkeit

Als Basis für die Entscheidungsfindung wurden von Shell zahlreiche Studien in Auftrag gegeben. Eine Gruppe unabhängiger externer Wissenschaftler (die „Independent Review Group“) hat überprüft, dass diese Studien strengen wissenschaftlichen Maßstäben genügen. Die Ergebnisse wurden zudem in einem umfangreichen, transparenten und mehrjährigen Konsultationsprozess mit Fischerei- und Umweltverbänden, Wissenschaftlern, technischen Spezialisten, Branchenexperten oder Vertretern der Küstengemeinden diskutiert.

So sollte gewährleistet werden, dass im Vorfeld der Entscheidungsfindung alle relevanten Aspekte und Fragen aufgegriffen und untersucht wurden. Eine Übersicht zu den gesetzlichen Vorgaben und den bisherigen Konsultationsprozessen finden Sie in hier.

Vorschläge

Bereits genehmigt ist die Entscheidung, den Aufbau der Plattform Brent Delta als Ganzes an Land zu bringen und dort wiederzuverwerten bzw. zu recyceln. 

Für die restlichen Installationen des Brent-Feldes wurden im Februar 2017 die Empfehlungen bei der britischen Regierung eingereicht. Sie sehen vor, alle im Brent-Feld befindlichen Bohrlöcher sicher zu verschliessen. Die Aufbauten der Plattformen (die „Topsides“) werden demontiert und an Land zerlegt. Über Bord gegangene Ausrüstungsteile werden vom Meeresboden aufgesammelt. Öl, das sich im oberen Bereich einiger Unterwasser-Speicherzellen angesammelt hat, wird entfernt.

Für Anlagenteile, die einer „vergleichenden Bewertung“ im Sinne des OSPAR Abkommens unterliegen, hat Shell vorgeschlagen, folgende Anlagenteile vor Ort zu belassen: Die je rund 300.000 Tonnen wiegenden Stahlbetonpfeiler von Brent Bravo, Charlie und Delta inklusive ihrer Speicherzellen, die mit Beton gefüllten Stahlpfähle, mit denen Brent Alpha im Meeresgrund verankert ist, das Gestein aus den Bohrlöchern sowie Teile der gereinigten Pipelines. 

Nach Einreichen des Antrages folgt ein öffentlicher, formaler Konsultationsprozess. Dieser dauert normalerweise 30 Tage. Aufgrund der Komplexität hat Shell eine Verlängerung auf 60 Tage vorgeschlagen.

Sollte die britische Regierung anschließend den Antrag genehmigen, wird dieser zur Konsultation in die sogenannte OSPAR-Kommission gegeben. In dieser sind europäische Regierungen vertreten, u.a. auch Deutschland. Anschließend gehen die Vorschläge zurück an die britische Regierung zur endgültigen Genehmigung.

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