Bildung ist wichtig - aber keine Garantie

Jugendliche, die die Schule ohne Schulabschluss verlassen mussten, haben deutlich schlechtere Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden und danach eine geregelte Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Doch auch Jugendliche mit Schulabschluss können häufig nicht die ursprünglichen Berufswünsche verwirklichen. Aktuell erwarten fast drei Viertel, ihre Berufswünsche umsetzen zu können – ein gutes Viertel rechnet damit allerdings nicht.

Soziale Herkunft entscheidet

Die soziale Herkunft ist bei dieser Frage von zentraler Bedeutung. Jugendliche aus der unteren Schicht (45%) sind auch 2015 deutlich weniger zuversichtlich, was die Realisierbarkeit der beruflichen Wünsche angeht, als Jugendliche aus der oberen Schicht (81%).

Das richtige Maß im Beruf

Für die Jugendlichen steht bei der Wahl ihres Berufs ein ausgewogenes Verhältnis von Nutzen und Erfüllung im Vordergrund. Beim Nutzen überwiegen hohes Einkommen und gute Aufstiegsmöglichkeiten, gleichermaßen bewerten sie  jedoch genügend Freizeit als wichtig.

Persönliche Erfüllung statt reiner Karriereorientierung

Für die Mehrheit der Jugendlichen soll der Beruf das Leben nicht ausschließlich bestimmen. Für 91 Prozent ist wichtig, dass Familie und Kinder neben dem Beruf nicht zu kurz kommen. Nur weniger als jeder zweite Jugendliche vertritt die Meinung, dass Überstunden einfach dazu gehören, wenn man Karriere machen möchte. Dabei können sich junge Männer eher mit Überstunden und Wochenendarbeit anfreunden als junge Frauen, denen der Ausgleich mit der Familie wichtiger ist. Im Gegensatz zu den jungen Männern legen jungen Frauen stärker den Fokus darauf, sich um andere zu kümmern und eine erfüllende Tätigkeit zu haben.

Familie als Rückzugsort

Die Familie hat für Jugendliche weiterhin einen hohen Stellenwert. Hier finden sie den notwendigen Rückhalt und die positive emotionale Unterstützung auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Mehr als 90 Prozent der Jugendlichen haben ein gutes Verhältnis zu ihren eigenen Eltern. Fast drei Viertel würden ihre eigenen Kinder ungefähr so oder genauso erziehen, wie sie selbst erzogen wurden. Dieser Wert hat seit 2002 stetig zugenommen. Bei den Jugendlichen aus der unteren Schicht ist diese Zustimmung jedoch erneut am geringsten.

Der Kinderwunsch geht zurück

Vieles deutet darauf hin, dass sich die Sorge um die schwierige Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben auch auf den Kinderwunsch auswirkt. Insgesamt wünschen sich derzeit nur 64 Prozent aller Jugendlichen Kinder, 2010 waren es noch 69 Prozent. Bei männlichen Jugendlichen ist dieser Trend stärker ausgeprägt als bei weiblichen Jugendlichen. Ältere Jugendliche verspüren 2015 einen geringeren Kinderwunsch als noch vor fünf Jahren bei den damals jüngeren Mädchen und Jungen der gleichen Jahrgänge.

Die soziale Herkunft spielt beim Kinderwunsch eine Rolle. Während drei Viertel der Jugendlichen aus der oberen Schicht angaben, sich Kinder zu wünschen, waren es aus der Unterschicht nur etwas mehr als die Hälfte. Dies deutet darauf hin, dass insbesondere junge Menschen aus den unteren Schichten zweifeln, angesichts unsicherer Chancen auf dem Arbeitsmarkt sowohl eine gute Kindererziehung als auch eine sichere Berufslaufbahn verwirklichen zu können.

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