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170 Gäste waren der Einladung durch Shell, hySOLUTIONS, Vattenfall sowie die Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg gefolgt. Auf dem Podium Vertreter der Politik ebenso wie von Herstellern und Anwendern, und unter den Gästen ein außerordentlich hohes Interesse.  

„Dass Sie Hamburg gewählt haben, um über Wasserstoff als Energie der Zukunft zu sprechen, passt gut“, sagte einführend Dr. Rolf Bösinger, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Hamburg. Wie alle Städte stehe Hamburg unter großem Druck, die Luftschadstoff-Emissionen zu reduzieren: „Bei der Umstellung des Verkehrs auf emissionsarme Antriebe haben wir schon viel geleistet: etwa bei der  Erprobung von Elektrobussen durch die Hamburger Hochbahn oder mit Clever Shuttle ein Angebot für den so genannten On-Demand Verkehr mit aktuell 20 Brennstoffzellen-Pkw“.

Dr. Jörg Adolf, Chefvolkswirt von Shell in Deutschland präsentierte die Shell Wasserstoff-Studie. Er hob hervor, dass sich in den letzten Jahren viel getan hat bei Bereitstellung und -nutzung von H2.

Dr. Oliver Weinmann, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Innovation, stellte Wasserstoff in den Zusammenhang des Energieversorgungssystems: CO2-Reduzierung auch in Verkehr und Wärme, Wachstum bei erneuerbaren Energien, dezentrale Versorgung sowie steigende Energieeffizienz. „Speicherung von grünem, regenerativ hergestellten Wasserstoff und die Vernetzung von Stromversorgung und Verkehr wird eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung neuer Markttechnologien spielen. Wasserstoff kann dazu beitragen, die globalen Klimaziele zu erreichen“.

Dass mit dem jüngst vorgestellten Daimler GLC F-Cell ebenso wie mit den Modellen anderer Hersteller ausgereifte Brennstoffzellen-Fahrzeuge zur Verfügung stehen, erläuterte Gerald Hornburg, Senior Manager bei der Daimler Tochter NuCellSys: „Technisch sind die heutigen Fahrzeugmodelle einwandfrei, auch die ersten Prototypen – 2010 auf die Straße gebracht – laufen noch heute ohne Probleme“. Die Kosten seien noch hoch, würden aber mit zunehmenden Stückzahlen sinken.

Dass Brennstoffzellen-Fahrzeuge auch aus Kundensicht überzeugende Vorteile bieten, befand Stephan Klier, Leiter Geschäftsstelle Hamburg, Alphabet Fuhrparkmanagement: „Unsere Leasing-Kunden wollen hohe Reichweiten sowie kurze Tankzeiten. Besonders die Kunden, die schon heute elektrisch unterwegs sind, stehen künftigen Innovationen aufgeschlossen gegenüber, bei denen wir ihnen als Dienstleistungsunternehmen zur Seite stehen“. Brennstoffzellen-Pkw, die schon heute 500 oder mehr Kilometer weit fahren, hätten deshalb große Vorteile. „Noch aber muss das Tankstellennetz ausgebaut werden“. 

Die Fahrt mit dem Brennstoffzellen-Fahrzeug von Nord nach Süd und von Ost nach West sei schon heute fast lückenlos möglich, erläuterte Lorenz Jung, Leiter der Netzwerkentwicklung der

H2 Mobility Deutschland. Die ersten 100 Wasserstoff-Tankstellen werden bedingungslos errichtet, meist in existierenden Tankstellen. Bis 2023 sind weitere 300 Wasserstoff-Stationen geplant - abhängig vom Hochlauf der Brennstoffzellen-Fahrzeugzahlen.

Und dass dort, wo Tankstellen bestehen, das Interesse an Fahrzeugen wachse, berichtete Oliver Bishop, General Manager Shell Hydrogen. Shell, das auch in Kalifornien und UK bereits H2-Tankstellen betreibt, musste erst jüngst die Kapazitäten an einer US-Tankstelle vervierfachen, weil der Andrang dort entsprechend hoch war. Die Mandate für Nullemissions-Fahrzeugen in Kalifornien sind ein Treiber für Elektrofahrzeuge (sowohl Brennstoffzellen- als auch Batterie). Wegen der Schadstoff- und CO2-Emissions-Reduzierung werde und müsse die Wasserstoffwirtschaft auch in Deutschland an Bedeutung gewinnen. Shell sei dabei und investiere erheblich in neue Energien.  

Einen Vergleich zu Batterie-Fahrzeugen zog Prof. Michael Fröba, Vorstandsmitglied der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg: „Ich rechne damit, dass schwere Fahrzeuge wie Lastwagen, Busse, auch Lokomotiven künftig vor allem mit Brennstoffzellen fahren werden und leichtere Fahrzeuge mit Batterien. Es gilt immer noch der Grundsatz: für 100 Kilometer Reichweite benötigt man 1 Kilogramm H2 oder 100 Kilo Batterie.“ Ob im Verkehrssektor oder bei anderen Anwendungen, auf den Energieträger Wasserstoff würden weder die Bundesrepublik, noch andere Länder in Zukunft verzichten können. 

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