Die Energiesysteme sind im Wandel begriffen. Dieser Wandel vollzieht sich weltweit unterschiedlich schnell und unterschiedlich komplex und wird durch den wachsenden Energiebedarf und die Notwendigkeit, CO2 Emissionen zu verringern, vorangetrieben.

Wir wollen unseren Beitrag leisten, die Energiesysteme in eine kohlenstoffärmere Zukunft  zu überführen. Wir haben uns vorgenommen, die Netto-CO2-Bilanz unserer Energieprodukte - gemessen in Gramm CO2 pro Megajoule Energieverbrauch - bis 2050 um etwa die Hälfte zu reduzieren. Bis 2035 streben wir eine Senkung um etwa 20 % an.

Durch die Lieferung kohlenstoffärmerer Kraftstoffe möchten wir die Bereitstellung von Erdgas für die Stromerzeugung und einen effizienteren Betrieb unserer Anlagen erreichen.

Unser 2016 gegründeter Geschäftszweig New Energies fördert diese Ambition.

Unsere zwei Kernkompetenzen

Neue Kraftstoffe für den Transport:

Shell hat kürzlich NewMotion gekauft, einen der weltweit größten Anbieter von Ladelösungen für Elektroautos
Shell hat kürzlich NewMotion gekauft, einen der weltweit größten Anbieter von Ladelösungen für Elektroautos

Shell hat kürzlich NewMotion gekauft, einen der weltweit größten Anbieter von Ladelösungen für Elektroautos.

Shell investiert in alternative Kraftstoffe, um auf dem Weg in eine CO2-ärmere Zukunft die wachsende Nachfrage im Transportsektor decken zu können. Dabei bauen wir auf unserem bestehenden Produktportfolio und unserem gegenwärtigen Tankstellengeschäft auf.

Der Transportsektor macht heute mehr als ein Viertel des Gesamtenergieverbrauchs der Welt und ein Fünftel der globalen energiebezogenen CO2-Emissionen aus. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass sich die Zahl der Autos im Straßenverkehr bis 2050 vermutlich verdoppeln wird.

Die Weltbevölkerung und der Transportbedarf wachsen. Wir müssen uns überlegen, wie wir diesem Bedarf gerecht werden und gleichzeitig Fortschritte dabei erzielen, die Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen zu senken. Shell ist führend in der Entwicklung von Bio-Kraftstoffen, die während ihrer gesamten Lebensdauer weniger CO2-Emissionen als Benzin erzeugen. In Brasilien betreiben wir in unserem Joint Venture Raízen eine Anlage, in der wir aus Zuckerrohrabfällen Kraftstoff herstellen. Raízen produziert Ethanol aus Zuckerrohr, einen Biokraftstoff mit vergleichbar niedriger CO2-Bilanz.

In Bangalore, Indien, haben wir eine Anlage eröffnet, in der Biomasse und Abfall in Kraftstoff umgewandelt werden, den jedes Fahrzeug tanken kann, ohne dass Umrüstungen erforderlich wären.

In Deutschland arbeiten wir mit der Regierung und im Joint Venture der H2 Mobility daran, ein Netz von zirka 400 Wasserstofftankstellen zu installieren. Die einzige Emission bei wasserstoffbetriebenen Elektrofahrzeugen besteht aus Wasserdampf.

Wir sondieren ebenfalls den Markt für batterieelektrische Fahrzeuge. Seit 2017 bietet Shell an einigen Tankstellen in Großbritannien und den Niederlanden Ladestationen für eine Schnellaufladung von Elektrofahrzeugen an. Andere Länder werden voraussichtlich folgen. Shell Recharge zielt darauf ab, Fahrzeuge in rund 30 Minuten aufzuladen. Des Weiteren haben wir einen Vertrag mit dem leistungsstarken Ladenetzbetreiber IONITY abgeschlossen, um in zehn europäischen Ländern schnellere Ladestationen anzubieten.

2017 haben wir einen Vertrag zur Übernahme von NewMotion unterzeichnet, einem der größten europäischen Anbieter von Ladelösungen für Elektroautos zu Hause, bei der Arbeit und unterwegs. Auf diese Weise können wir auch Kunden mit batterieelektrischen Fahrzeugen ein Angebot machen.

Für den Transportsektor bieten wir Shell GTL Fuel (Gas-to-Liquids), einen aus Erdgas hergestellten Diesel an, der zur Senkung lokaler Emissionen beitragen kann, sowie verflüssigtes Erdgas (LNG), das sich als saubererer Kraftstoff für den Schwerlasttransport hervortut.

Shell verfügt derzeit über sieben LNG-Tankstellen in den Niederlanden, eine weitere in Belgien und will sein Netzwerk in Europa erweitern. 2016 haben wir mit Carnival Corporation einen Vertrag über die Lieferung von LNG für den Antrieb von zwei der weltweit größten Kreuzfahrtschiffe unterzeichnet.

Strom

Shell ist seit über 15 Jahren mit Projekten in Europa und Nordamerika in der Windindustrie tätig.
Shell ist seit über 15 Jahren mit Projekten in Europa und Nordamerika in der Windindustrie tätig.

Shell ist seit mehr als 15 Jahren mit Projekten in Europa und Nordamerika in der Windindustrie tätig.

Unser Stromangebot zielt darauf ab, die Bedürfnisse unserer gewerblichen, industriellen und privaten Kunden zu erfüllen. Dafür sind wir in Stromerzeugung, -handel und -versorgung aktiv. Und: Wir arbeiten daran, kohlenstoffarme Energiequellen wie Wind- und Sonnenenergie sowie Erdgas zu entwickeln.

Shell ist seit 15 Jahren in der Windbranche aktiv. Heute tragen wir mit sechs Onshore-Windkraftprojekten in Nordamerika und einem Offshore-Windpark in Europa dazu bei, den Anteil erneuerbarer Energien am Stromerzeugungsmix zu steigern.

Darüber hinaus sind wir Teil eines Konsortiums, das den Windpark Borssele vor der holländischen Küste entwickelt, der eine Kapazität von mehr als 680 MWh pro Jahr haben soll, was ausreicht, um etwa 825.000 niederländische Haushalte mit Strom zu versorgen.

Unsere bisherige Erfahrung im Bereich Solar steht mit unserem konventionellen Geschäft in Verbindung. Wir haben in ein Unternehmen investiert, das eine Solaranlage errichtet, die mit einer Kapazität von einem Gigawatt zu den größten Solaranlagen der Welt gehört und helfen soll, die CO2-Emissionen bei der Ölproduktion in Oman zu senken. Im Rahmen unserer Strategie werden wir Solarprojekte entwickeln, die auch auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet sind. Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Kunden, die sich für Solarenergie entscheiden, weiter steigen wird. Wir sind bemüht, die steigende Nachfrage zu decken und haben zum Beispiel in die Sunseap-Gruppe in Singapur investiert.

2018 haben wir einen Vertrag zum Erwerb eines Anteils an der Silicon Ranch Corporation, einem führenden US-Entwickler, Eigentümer und Betreiber von Solaranlagen, unterzeichnet.

Gleichzeitig wollen wir den Einsatz von Photovoltaik in unseren eigenen Betriebstätten ausweiten. In Kalifornien haben wir in ein Photovoltaik-Projekt investiert, das Solarenergie für den Betrieb eines Kraftstoffterminals in Stockton bereitstellt. Dieses Projekt soll jährlich mehr als 300.000 Kilowattstunden (kWh) produzieren und die Stromkosten des Terminals senken. Darüber hinaus baut Shell am Standort seiner Chemieanlage Moerdijk (Niederlande) ein Solarkraftwerk, das in der Spitze bis zu 20 MW erneuerbare Energie liefern soll.

Zudem bauen wir unser Stromhandels- und marketinggeschäft weiter aus. In den USA sind wir bereits einer der größten Großhandelsvermarkter von Strom. Ein Drittel des von uns in den USA gehandelten Stroms stammt aus erneuerbaren Energien wie Wasser, Wind und Sonne. Auch in Deutschland handeln wir mit Strom und haben unser Angebot hier kürzlich auf Industrie- und Privatkunden ausgeweitet.

Die Menge an Strom aus erneuerbaren Energien variiert, da sie auf Sonnenschein bzw. Wind angewiesen ist. Solange noch an geeigneten Speicherlösungen für Wind- und Solarenergie gearbeitet wird, kann Erdgas zur Überbrückung helfen. Außerdem entwickeln wir Modelle, um Kunden eine bessere Verwaltung ihres Energieverbrauchs zu ermöglichen, und loten gleichzeitig kommerzielle Möglichkeiten aus, um entlegene Gemeinden mit Energie zu versorgen.

2017 haben wir in das führende netzunabhängige Solarunternehmen SolarNow investiert, das Solaranlagen und Elektrogeräte in Uganda und Kenia verkauft und installiert.

Wir haben ebenfalls in SteamaCo investiert, ein Technologieunternehmen, das Hunderte von dezentralen Energiesystemen in ganz Afrika betreibt.

Anfang 2018 haben wir in das Gemeinschaftsunternehmen Husk Power Systems investiert, ein führendes dezentrales Versorgungsunternehmen, das unabhängige Dorfstromnetze, sogenannte Mini-Grids, in Asien und Afrika betreibt.

Shell Innovationen wie FarePilot sind eine Antwort auf die Digitalisierung, die unsere Lebensweise verändert.

Shell Innovationen wie Farepilot sind eine Antwort auf die Digitalisierung, die unsere Lebensweise verändert
Shell Innovationen wie Farepilot sind eine Antwort auf die Digitalisierung, die unsere Lebensweise verändert

Digitalisierte Anbindung

Neben alternativen Kraftstoffen und Strom gucken wir uns an, welchen Nutzen digitalisierte Technologien für uns und unsere Kunden haben können.

Da bis 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben werden, verfolgen wir die Entwicklung und überlegen, wie sich das Stadtleben durch die Nutzung digitaler Technologien verbessern lässt.

In den letzten Jahren hat sich eine neue Kundengruppe hervorgetan: selbständige Fahrer, die nach Kunden suchen. Angesichts dieser Entwicklung haben wir die App FarePilot entwickelt, die dem Fahrer sagt, wo viele Kunden auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Diese App wird bereits in Großbritannien eingesetzt, wo Fahrer schnell ihre nächsten Kunden finden und auf diese Weise potenziell Kraftstoff einsparen, den sie ansonsten beim Umherfahren verbrauchen würden.

In den USA wird die momentan erprobte App Fitcar™ ein normales Auto in ein "vernetztes Auto" umwandeln, die Wartungsalarme und Informationen zum Motor sowie den Standort nahegelegener Tankstellen angeben kann.

Durch unser Innovationsgeschäft Shell Technology Ventures haben wir uns an "Tiramizoo" beteiligt, einem deutschen Start-up, dessen IT-Lösungen Tankstellen mit Kunden verbindet.

Mark Gainsborough

Mark Gainsborough

Mark Gainsborough im Interview mit energypost, Juni 2018

Lesen Sie hier das exklusive Interview mit Mark Gainsborough, dem Head of Shell New Energies (auf Englisch).

Interview mit Mark Gainsborough

Mehr in diesem Seitenbereich

Erdgas

Mit Erdgas - dem am saubersten verbrennenden Kohlenwasserstoff - tragen wir zur Deckung des weltweiten Energiebedarfs bei.