Vernetzte LKW Flotte

Wettbewerbsfähigkeit im Zeitalter digitaler Flotten

Mit der rasch fortschreitenden Digitalisierung wächst die Kluft zwischen digitalem Flottenmanagement und Fuhrparks, die bei der Verwaltung noch auf analoge Mittel setzen. Wie also können Flotten neue Technologien nutzen, um Kraftstoff- und Gesamtbetriebskosten zu senken und ihre CO₂-Bilanz zu verbessern?

Von Ein Beitrag von Rainer Klöpfer, Geschäftsführer euroShell Deutschland, Dirk Abend, Branded Fuels Manager Europe für Shell Commercial Fuels und und Sandeep Kar, Chief Strategic Officer von Fleet Complete. am 22. Nov. 2019

„Die Digitalisierung eröffnet ganz neue Geschäftsmodelle...Sie basieren darauf, dass der Lkw mit seinem Umfeld interagiert und dadurch effizienter wird – zum Beispiel durch den Einsatz autonomen Fahrens zur Verbesserung der Kraftstoffleistung im städtischen Stop-and-go-Verkehr. Flotten, die solche Technologien nutzen, verfügen über die nötigen Erkenntnisse, um mehr Umsatz zu erwirtschaften.“

Sandeep Kar

„Der technische Fortschritt greift tief in die Arbeit von Flottenmanagern ein. Früher hieß es: ‚Was kann ich mit diesem Lkw machen?‘ Heute fragt man sich: ‚Was kann dieser Lkw für mich tun?‘“

Das sagt Sandeep Kar, Chief Strategy Officer beim Flottendigitalisierungsspezialisten Fleet Complete, im Gespräch über den Einfluss digitaler Technik auf modernes Flottenmanagement.

Mit datengetriebenen Technologien können Flotten in Echtzeit reagieren, ihre Rendite maximieren, effizienter arbeiten, Betriebskosten senken und nicht zuletzt ihre CO2-Emissionen reduzieren. Da Kraftstoff 23 Prozent der Gesamtkosten einer Flotte ausmacht,1 spielt die Optimierung des Kraftstoffverbrauchs eine wichtige Rolle bei den Bemühungen um Effizienzsteigerungen. Ein Schlüssel dazu ist die Erschließung des vollen Kraftstoffpotenzials.

Wie also können Flotten neue Technologien nutzen, um Kraftstoff- und Gesamtbetriebskosten zu senken und ihre CO2-Bilanz zu verbessern?

Zwei Personen vor LKWs, die auf ein Tablet schauen

Daten sind Hilfe und Herausforderung zugleich

Zunächst gilt es, die anstehenden Probleme zu identifizieren. Wir haben Flottenmanager aus Deutschland gefragt, was sie als größte Aufgabe in den kommenden drei Jahren sehen. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) verwiesen auf die Steigerung der betrieblichen Effizienz.2 36 Prozent gaben an, die Wahl des falschen Kraftstoffs habe ungeplante Ausfallzeiten verursacht.

Mit der rasch fortschreitenden Digitalisierung wächst die Kluft zwischen digitalem Flottenmanagement und Fuhrparks, die bei der Verwaltung noch auf analoge Mittel setzen. Während die einen in der Lage sind, ihre Fahrzeuge dynamisch zum besten Preis auf die nächstgelegene Ladung abzustimmen, um so die Kraftstoffnutzung zu optimieren, können die anderen solche Instrumente nicht zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs und der Betriebskosten nutzen.

Die gleiche Kluft entsteht auch in Bereichen wie Leistungsmessung, datengetriebenem Fahrertraining und allgemeiner Kostenkontrolle. Selbst die effizienteste Flotte im aktuellen Markt kann schon morgen hinter der Konkurrenz zurückfallen, wenn sie nicht die potenziellen Effizienzverbesserungen nutzt, die der digitale Fortschritt bietet.

„Die Digitalisierung eröffnet ganz neue Geschäftsmodelle“, erklärt Kar. „Sie basieren darauf, dass der Lkw mit seinem Umfeld interagiert und dadurch effizienter wird – zum Beispiel durch den Einsatz autonomen Fahrens zur Verbesserung der Kraftstoffleistung im städtischen Stop-and-go-Verkehr. Flotten, die solche Technologien nutzen, verfügen über die nötigen Erkenntnisse, um mehr Umsatz zu erwirtschaften.“

Im Durchschnitt ist ein Lkw ist etwa 28 Prozent der Zeit ohne Ladung unterwegs.³

Mit Daten Kraftstoffkosten senken

Frachtvermittlungsplattformen

Im Durchschnitt ist ein Lkw ist etwa 28 Prozent der Zeit ohne Ladung unterwegs.4 Beim manuellen „Freight-Matching“ ist das unvermeidlich. Frachtvermittlungsplattformen schließen die Informationslücke zwischen Spediteuren und Kunden und ermöglichen es den Flotten, eine nahezu vollständige Auslastung zu erreichen. Uber Freight ist ein aktuelles Beispiel für das Interesse von Unternehmen an diesem Geschäft. Nachdem das Geschäftsmodell in den Vereinigten Staaten einen Quartalsumsatz von mehr als 125 Millionen US-Dollar eingebracht hat, hat Uber seine Aktivitäten auch auf den europäischen Lkw-Markt ausgedehnt.5

Das wird nicht nur die Zahl der Leerkilometer senken. Durch die Vermittlung wirtschaftlich rentabler Ladungen nahe der Route lassen sich mit der Nutzung dieser Plattformen die Anzahl der gefahrenen Kilometer und damit auch die Kraftstoffkosten und den CO2-Ausstoß senken.

Telematik

Datengetriebene Technologien können auch zur Verbesserung des Fahrstils beitragen. Dies zeigt ein gemeinsames Telematikprojekt von Shell und dem Pharmaunternehmen Sanofi Türkei, das die Zahl der Unfälle um 27 Prozent und den Kraftstoffverbrauch mit Hilfe von Shell Kraftstoffen und den darin enthaltenen Reinigungsadditiven um 4,4 Prozent senkte.6 Die Daten von Telematiksystemen können für Schulungen verwendet werden, damit die Fahrer hartes Bremsen und hohe Drehzahlbereiche vermeiden, die den Kraftstoffverbrauch und den Lagerverschleiß erhöhen.

Dieselbe Flottenmanagement-Software kann die Fahrer auch bei der intelligenten Routenplanung unterstützen, um den kürzesten Weg zu finden, Staus zu vermeiden und Lieferzeiten einzuhalten. Eine kürzlich von der britischen Regierung beauftragte Studie beruft sich auf Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass dieser Ansatz die Treibstoffkosten um bis zu 15,4 Prozent senken kann.7

Daten und vorausschauende Wartung

Die Sensordaten des Fahrzeugs lassen sich auch dazu nutzen, Probleme schon bei ihrer Entstehung zu erkennen und sie zu beheben, bevor Ausfallzeiten eintreten. Schätzungen zufolge können die Ausfallzeiten damit um bis zu 30 Prozent reduziert werden.8 Sind die Fahrzeuge in einem optimalen Betriebszustand, senkt das auch den Kraftstoffverbrauch und erhöht die Leistungsfähigkeit.

Perfekte Wartung ist jedoch nicht alles. Es ergibt wenig Sinn, eine Flotte auf Effizienz zu trimmen und sie dann mit Kraftstoff in Standardqualität zu betanken. Die Digitalisierung kann Unternehmen dabei unterstützen, den Umstieg auf einen Premiumkraftstoff zu vollziehen, indem sie ihnen die Einblicke und das Wissen vermittelt, wo und wie solche Produkte die größten Effizienzverbesserungen ermöglichen.

Die Nutzung von Premiumkraftstoff mit Reinigungsadditiven trägt beispielsweise dazu bei, den Motor9 von Kohlenstoffablagerungen zu befreien und neue Ablagerungen an den Injektoren zu verhindern, die den Wirkungsgrad um 2 Prozent und die Zugleistung um 2,5 Prozent reduzieren.10 Die Motoren arbeiten effizienter und verbrauchen weniger Kraftstoff.

Die Analyse kontinuierlich erfasster Daten zur Fahrzeugnutzung hilft Flotten dabei, die bestmögliche Kombination aus Effizienz, Leistung und Zuverlässigkeit zu finden, indem sie den Kraftstoff auf den Fahrzeugtyp, seine Umgebung und die spezifischen Anforderungen abzustimmen.

LKW Fahrer, der sein Navigationssystem bedient

Die richtigen Kraftstoffpartner für die Flotte der Zukunft

Um digitale Technologien von morgen optimal zu nutzen, sollten Flotten mit Energieexperten zusammenarbeiten. Der richtige Partner kann dabei helfen, die erforderlichen Datenanalysen und vorausschauenden Technologien einzusetzen, um wichtige Zusammenhänge zu erkennen, die Flottenmanager dann zur Optimierung für einen geringeren Kraftstoffverbrauch nutzen können.

84 Prozent der Unternehmen halten kraftstoffsparende Produkte und Lösungen für hilfreich. 46 Prozent wünschen sich bei der Senkung der Gesamtbetriebskosten mehr Unterstützung durch ihre Kraftstoffpartner.2 Eine Zusammenarbeit mit Experten wie Shell, kann dazu beitragen, dass Unternehmen die Technologie und Kraftstoffe, die Sie heute einsetzen, optimal nutzen. So sind sie in der Lage, ihre Flotte auf zukünftige Technologien wie Over-the-Air-Updates und autonome Fahrzeuge vorzubereiten, die erhebliche Wettbewerbsvorteile versprechen.

Perfekte Wartung ist jedoch nicht alles. Es ergibt wenig Sinn, eine Flotte auf Effizienz zu trimmen und sie dann mit Kraftstoff in Standardqualität zu betanken. Die Digitalisierung kann Unternehmen dabei unterstützen, den Umstieg auf einen Premiumkraftstoff zu vollziehen, indem sie ihnen die Einblicke und das Wissen vermittelt, wo und wie solche Produkte die größten Effizienzverbesserungen ermöglichen.

Flottendaten optimal nutzen

Mit dem richtigen Ansatz zur Datenoptimierung und dem richtigen Kraftstoff können Flotten heute erhebliche Kostenvorteile erreichen und die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft legen.

„Immer mehr Flotten“, so Sandeep Kar, „nutzen digitale Technik, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ihr Geschäft zukunftssicher zu machen. Dafür brauchen sie oft externe Berater. Aber der Aufwand lohnt sich. Wir erleben, dass junge Firmen, die Frachtvermittlung und andere digitale Techniken nutzen, bereits große multinationale Unternehmen unterstützen.“

Die Herausforderung für Flottenmanager besteht darin, die Zusammenhänge zwischen der Digitalisierung und praktischen täglichen Abläufen und Kosten zu erkennen, wie etwa die Wahl des Kraftstoffs. Sobald diese Zusammenhänge klar sind, sprechen die Daten für sich, und die Digitalisierung wird von einer bloßen Möglichkeit zur Notwendigkeit.

Vernetzte LKWs vor einem Container Terminal

Fußnoten

1. Global Fleet. (2019). Inside the pieces of the TCO pie. Available at

2. Turning Fuel into a Competitive Edge, Shell, 2018.

3. Davies, R. (2019). Digital freight matching will revolutionize the trucking industry—eventually. GetApp Lab. Available at

4. Busvine, Douglas (2019). Uber Freight launches in Germany, taking on local competition. UK.Reuters.com. Available at

5. Destination: Instant Insight, Shell Fleet Solutions.

6. How fleets can use driver behaviour and vehicle efficiency, UK Department of Transport, February 2018.

7. Park, J. (2019). How Data Is Changing Predictive Maintenance. Truckinginfo.com. Available at

8. Key fuel system components such as fuel injectors.

9. Fuel-Injector Fouling Causes Loss in Efficiency And Load-Pulling Power Paper, 2017, Shell.

10 Shell (2017): Fuel-Injector Fouling Causes Loss in Efficiency And Load-Pulling Power Paper.

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