Shell plant, Bio-LNG zu nutzen, um seinen Kunden einen erschwinglichen, CO2-neutralen Kraftstoff für den Schwerlastverkehr anzubieten und die LNG-Kraftstoffversorgungskette von Shell in Deutschland zu dekarbonisieren. Das Konzept umfasst die gesamte inländische Wertschöpfungskette für den schweren Straßenverkehr, einschließlich der Beschaffung von Biomethan aus Gülle, landwirtschaftlichen oder kommunalen Abfällen sowie dem Bau von Gasverflüssigungskapazitäten und der Verteilung von CO2-neutralem LNG über die LNG-Tankstellen von Shell. Shell arbeitet auch daran, seine eigene Tankwagenflotte auf LNG umzustellen.

Fabian Ziegler, Country Chairman, Shell Deutschland, sagte: "Dieser Schritt zeigt, dass wir es ernst meinen. Wir wollen dazu beitragen, das Pariser Abkommen und unser globales Ziel zu erreichen, den Netto-CO2-Ausstoß der von Shell verkauften Energieprodukte bis 2035 um rund 20 % und bis 2050 um etwa die Hälfte zu senken. Wo andere vielleicht lieber auf neue Technologien warten, die möglicherweise erst in einigen Jahren realisiert werden können, wollen wir keine Zeit verlieren. Die LNG-Technologie ist bereits ausgereift, verfügbar und mit der richtigen Unterstützung konkurrenzfähig. Dies ist ein wichtiger Schritt, den wir jetzt machen können und wollen. Und wir freuen uns, wenn andere öffentliche und private Organisationen mit uns in den unterschiedlichen Bereichen der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten wollen, um Bio-LNG weiter auszubauen, wenn die Kundennachfrage es zulässt."

Die Initiative ergänzt die Investitionen von Shell in andere sauberere Kraftstoffe wie synthetischen Diesel aus Erdgas (GTL), komprimiertes Erdgas (CNG), Dieselkraftstoff mit 33% regenerativen Komponenten (R33 Blue Diesel) sowie in Wasserstoff- und Batterieladeinfrastruktur in Deutschland. Jan Toschka, General Manager Retail für Deutschland, Österreich und die Schweiz, sagte: "Kunden haben unterschiedliche Bedürfnisse, und Technologien entwickeln sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Unsere Mission ist es, jedem Kunden – geschäftlichen wie privaten - an unseren Stationen eine sauberere und wettbewerbsfähige Alternative der Mobilität anzubieten. Wir glauben auch, dass der Wandel hin zu einer saubereren Zukunft die Zusammenarbeit zwischen der Energiewirtschaft, den Fahrzeugherstellern, den Kunden, der Politik und den Behörden erfordert, damit alle ihren Teil zur Energiewende beitragen können." 

Shell betrachtet eine integrierte Lieferkette als Wegbereiter für die Wettbewerbsfähigkeit des Transportsektors, da sie es Speditionen erlaubt, ihre eigenen Wertversprechen an ihre Kunden zu wettbewerbsfähige Kosten zu verbessern.

Zu den nächsten Standorten im Bauprogramm von Shell für LNG-Tankstellen in Deutschland gehören vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen Recklinghausen, Hermsdorf, Kirchheim/Teck, Weinsberg und der Raum Köln in den kommenden Monaten. Weitere sollen zügig folgen, soweit es die Verfahren zulassen. Mögliche Standorte für die geplante Gas-Verflüssigungsanlage werden derzeit geprüft, um bald mit den notwendigen Bewertungen, Genehmigungsanträgen und einer angemessenen Öffentlichkeitsbeteiligung zu beginnen. 

*) im Durchschnitt – siehe weitere Erläuterung im Hinweis für die die Redaktion

HINWEIS FÜR DIE REDAKTION

ÜBER LNG UND BIO-LNG

Flüssigerdgas (LNG) ist eine klare, farblose und ungiftige Flüssigkeit, die sich bildet, wenn Erdgas auf -162°C gekühlt wird. Als Kraftstoff kann er aufgrund seines geringeren CO2-Fußabdrucks und der deutlich reduzierten Stickoxid-, Schwefel- und Partikelemissionen im Vergleich zu Diesel eine wichtige Rolle bei der Erreichung energie- und klimapolitischer Ziele in Deutschland und Europa spielen.

Laut einer Thinkstep-Studie kann Shell LNG dazu beitragen, die Well-to-Wheel Treibhausgasemissionen inkl. CO2, Methan und N2O von schweren Lkw um bis zu 22 % im Vergleich zu konventionellem Diesel zu reduzieren. Darüber hinaus sind Fahrzeuge, die mit LNG betrieben werden, leiser als vergleichbare Dieselfahrzeuge. Wird Bio-LNG beigemischt, das aus Biomethan aus organischen Abfällen oder erneuerbaren Energien besteht, kann LNG seinen CO2-Fußabdruck auf volle CO2-Neutralität reduzieren.

Shell arbeitet daran, die Lieferkette für CO2-neutrales LNG auszureifen, um die Treibhausgasemissionen noch weiter zu reduzieren. Ein kritischer Bestandteil ist Biomethan, das aus einer Vielzahl unterschiedlicher organischer Abfälle wie landwirtschaftlichen Rückständen, Siedlungsabfällen und Gülle hergestellt werden kann. Die Kohlenstoffintensität von Biomethan variiert je nach Ausgangsmaterial stark und (gemäß der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union II) beträgt zwischen -89 gCO2/MJ und +50 gCO2/MJ. Durch die Mischung von Biomethan und fossilem Methan unterschiedlicher Kohlenstoffintensitäten ist Shell in der Lage, LNG-Kraftstoff mit einer durchschnittlichen Kohlenstoffintensität von 0 gCO2/MJ oder weniger für seine Kunden im Schwerlasttransportsektor anzubieten. Eine Einsparung von bis zu 1 Millionen Tonnen CO2 ist z.B. erreichbar, sofern das verwendete Biomethan vornehmlich aus Gülle hergestellt wird.

Jüngste Studien (2019) der Deutschen Energie-Agentur (DENA), Shell und des Umweltbundesamts (UBA) haben das erhebliche und kurzfristig nutzbare Potenzial von LNG und insbesondere Bio-LNG für die Dekarbonisierung des Güterstraßenverkehrs bestätigt. Die Nutzung dieses Potenzials ist umso wichtiger, da von weiter steigenden Treibhausgasemissionen des Güterstraßenverkehrs ausgegangen wird.

SHELL UNTERSTÜTZT DIE ENERGIEWENDE

Mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung auf der einen Seite und den Klimazielen auf der anderen Seite will Shell dazu beitragen, mehr und gleichzeitig sauberere Energielösungen anzubieten. Zu diesem Zweck hat Shell 2016 den Geschäftsbereich New Energies gegründet, in den das Unternehmen seitdem im Durchschnitt jährlich 1-2 Milliarden US-Dollar ab 2020 im Durchschnitt bis zu drei Milliarden investiert. Der Fokus liegt auf alternativen Kraftstoffen und dem Ausbau des Stromgeschäfts. Neben Diesel und Benzin bietet Shell bereits LPG, CNG, Wasserstoff und LNG sowie GTL in seinem Tankstellennetz in Deutschland an. Fahrer von Elektroautos werden über ein wachsendes Netz von E-Ladesäulen an Shell Tankstellen bedient – unterstützt von EnBW in Deutschland sowie dem niederländischen Shell Tochterunternehmen New Motion und der Teilnahme an "IONITY".

Perspektiven & Reaktionen von Lkw-Herstellern

IVECO

„Iveco begrüßt diesen wichtigen Schritt sehr. Die Einführung von erneuerbarem LNG führt zu einem CO2-neutralen und nachhaltigen Transport des Schwerlastverkehrs auf unseren Straßen. Mit diesem Kraftstoff nutzt die herausragende Motorentechnologie der Iveco NP-Trucks, um zumindest für das kommende Jahrzehnt die beste Treibhausgasvermeidung für Straßenverkehrslösungen zu realisieren."

SCANIA

„Wir begrüßen den Schritt von Shell, denn er ist eine wichtige Entwicklung um die CO2-Reduktion im Straßengüterverkehr nachhaltig zu reduzieren. Von unseren Kunden wissen wir, dass das Interesse an LNG-Fahrzeugen von Scania immer größer wird. Verbessert sich die Infrastruktur an LNG-Tankstellen, ist dies sicherlich auch im Interesse unserer Kunden und erleichtert ihnen die Entscheidung für eine LNG-Lösung von Scania.“

VOLVO

"2017 führte Volvo Trucks Euro-6-konforme Schwere-Lkw mit Flüssigerdgas oder Biogas ein. Die Lkw haben die gleiche Leistung und Fahrbarkeit wie Volvos Dieselmodelle. Wenn Biogas genutzt wird, kann der Klimafußabdruck drastisch reduziert werden. Darüber hinaus berichten die Speditionsunternehmen von erheblichen Senkungen ihrer Kraftstoffkosten.

"Dieser massive Ausbau des europäischen Biogasverteilungsnetzes wird Flüssigbiogas aus Sicht des Speditionsbetreibers für den Schwerlast-Langstreckenverkehr zur wettbewerbsfähigsten Alternative zum Diesel machen", sagt Emanuel Lauf, Director New Vehicle Sales bei Volvo Trucks in Deutschland."

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