Änderung einer Produkteinstufung

Die Rheinland Raffinerie hatte Anfang April darüber informiert, dass die Behörden die bislang geltende Einstufung des in der genehmigten Ölvergasungsanlage im Werk Wesseling bei der Gasproduktion anfallenden abfiltrierten Rußes (sogenannten Petrolkoks) überprüfen. Bislang war die Einstufung des Stoffes als Petrolkoks und Regelbrennstoff durch die Behörden akzeptiert und er wurde weiteren Nutzungen zugeführt.

Von dem Team der Shell Rheinland Raffinerie am 11. Jul 2019

In ihrer Neubewertung der bisherigen Sachlage sind die Aufsichtsbehörden zu der Ansicht gelangt, dass der Stoff unter Berücksichtigung seiner gegenwärtigen Verwendung künftig als Abfall behandelt werden soll. Es geht dabei um den Einsatz als Zuschlagstoff zur Konditionierung von Verbrennungsaschen aus Drittanlagen, die damit deponiefähig gemacht werden. Änderungen in der Verwendung ergeben sich aus der Umstufung nicht: Sowohl die dafür genutzte Abfallbehandlungsanlage zur Konditionierung der Verbrennungsaschen, als auch die Deponien, auf die das Gemisch gebracht werden, sind für die Verarbeitung bzw. die Lagerung von Abfällen zugelassen. Um ein zügiges Wiederanfahren der derzeit nach einem Wartungsstillstand bis zur Klärung der Neubewertung still stehenden Ölvergasungsanlage zu ermöglichen, hat sich Shell bereit erklärt, diesen Weg für den abfiltrierten Ruß zukünftig ausschließlich als Abfall zu beschreiten.

 

Die in der Vergangenheit übliche und akzeptierte Nutzung des Stoffs als Brennstoff in dafür zugelassenen Kraftwerken ist durch die veränderte Kraftwerkstruktur in Deutschland gegenwärtig nicht mehr möglich. Statt dessen hat sich die Verwendung in jüngster Vergangenheit zunehmend hin zum Einsatz für die Konditionierung von Verbrennungsaschen verschoben. Alle künftigen Änderungen im Umgang mit dem in der Ölvergasungsanlage anfallenden Stoff werden mit den Aufsichtsbehörden abgestimmt.

Einen aktuellen Bericht des Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz an den Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landtags Nordrhein-Westfalen finden Sie hier.