Sprachen während des Shell Energie-Dialogs über den Weg zu Netto-Null-Emssionen: Parl. Staatssekretär Steffen Bilger; Huibert Vigeveno (Shell), Christian Hochfeld, Agora Energiewende; Dr. Fabian Ziegler (Shell), Nico Rosberg und Moderatorin Dr. Melinda Crane.

Digitaler Shell Energie-Dialog „Auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen“

Bis 2050 möchte Shell ein Netto-Null-Emissions-Unternehmen werden, und Shell in Deutschland wird hierbei eine ganz wesentliche Rolle spielen. Das hat Dr. Fabian Ziegler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Shell Holding, beim ersten digitalen Shell Energie-Dialog angekündigt: „Wir wollen ein anderes Unternehmen werden.“ Er ergänzte, es sei eine Herkulesaufgabe, doch „wir können und wir wollen das.“ Dazu hat Shell einen Plan aufgestellt, wie das Unternehmen in Deutschland die eigenen Treibhausgas-Emissionen und jene, die entstehen, wenn Kunden Shell-Produkte verbrauchen, bis 2030 um ein Drittel senken oder kompensieren kann. Das entspricht rund 30 Millionen Tonnen pro Jahr.

Von Axel Pommeränke am 08. Okt. 2020

Nico Rosberg: „Wir alle müssen uns verändern.“

Auch Nico Rosberg, Nachhaltigkeitsunternehmer und Formel 1-Weltmeister, brennt für das Thema. „Shell ist auf dem richtigen Weg - wir alle müssen uns verändern. Dass Unternehmen wie Shell eine so mutige Transformation wagen, ist ein unheimlich starkes Signal an die gesamte Wirtschaft.“ Er betonte, für eine Transformation sei es essenziell, Taten sprechen zu lassen und Ziele zu setzen. Ein Elektroauto sei heute noch nicht nachhaltiger als ein Verbrennungsmotor, deshalb sei es enorm wichtig, die Energiewende voranzutreiben, um auch den benötigten Strom nachhaltiger zu gestalten. „Ich hoffe, dass Shell eine ganz entscheidende Rolle spielen wird.“

Investitions- und Planungssicherheit fördern

Moderatorin Dr. Melinda Crane erörterte mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der anschließenden Panel-Diskussion die Richtung und Meilensteine des Wegs zu Netto-Null Emissionen.

Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur, stimmte Nico Rosberg zu und betonte „die Energiewende muss gelingen.“ Bei der Elektromobilität sei es der Anspruch Deutschlands, weiterhin ganz vorne mit dabei zu sein und die Zukunft der Mobilität zu entwickeln. Grundsätzlich müsse die Politik aber technologieoffen sein: Gas spielt dabei im Übergang eine Rolle, die Batterie vor allem bei den Pkw, und Wasserstoff- undBrennstoffzellen insbesondere bei den schwereren Anwendungen. Zugleich sprach sich der Staatssekretär für Planungssicherheit aus; ständig neue Vorgaben, so sagte er in Richtung Europäische Union, würden die Wirtschaft überstrapazieren.

Um Innovationen zu fördern und die Energiewende zu meistern, müsse man Firmen deshalb jetzt Investitions- und Planungssicherheit bieten, erklärte Christian Hochfeld, Direktor des Think Tanks Agora Verkehrswende. Damit sich Investitionen lohnen, brauche man anspruchsvolle Rahmenbedingungen, etwa im Bereich Steuern und Abgaben. „Wir müssen klimaschädliches Verhalten finanziell stärker belasten und klimafreundliches Verhalten entlasten“, schloss der Agora-Direktor.

Technologieoffener Energiemix: Ohne geht es nicht

Sei es nicht utopisch, dass eines der größten Energieunternehmen ein Null-Emissionen-Unternehmen werden möchte, hinterfragte Crane. Huibert Vigeveno, Direktor Downstram und Vorstandsmitglied der Royal Dutch Shell, sagte, dass Shell bereits jetzt viel mehr als nur Öl und Gas sei. Das Portfolio werde sich weiter verändern. Diese Transformation werde Zeit brauchen, auch wenn er hoffe, sie werde in Deutschland schnell voranschreiten – in Übereinstimmung mit den Zielen von Politik und Gesellschaft. Am Ende werde Shell ein anderes Unternehmen sein als heute.

„Um unseren Plan umzusetzen, müssen wir das ganze Piano spielen“, fügte Fabian Ziegler hinzu. Auch Staatssekretär Bilger betonte, dass man alle Alternativen benötige, um die Klimaziele zu erreichen.

Wasserstoff: Der „Champagner unter den Energieträgern“

Als alternativer Rohstoff für eine erfolgreiche Energiewende, neben Strom aus Erneuerbaren Energien, spiele Wasserstoff eine Schlüsselrolle, waren die Panellisten sich einig. Die Wasserstoffproduktion sei allerdings derzeit noch zu energieintensiv, bemerkte Nico Rosberg. Christian Hochfeld betonte, dass es zunächst darauf ankommen werde, die erneuerbaren Energien zu skalieren, um dann grünen Wasserstoff herzustellen. „Die Energieökonomin Claudia Kemfert hat das treffend gesagt: Wasserstoff ist der Champagner unter den Energieträgern. Aber ich würde nicht immer Champagner trinken.“

Der Mehrwert von Wasserstoff sei sektorspezifisch, pflichtete Huibert Vigeveno bei. Besonders geeignet sei es für den Transport sowie in industriellen Anwendungen. Shell glaube an Wasserstoff und strebe an, ein führender Anbieter von Wasserstoff für Industrie und Transport zu werden. Shell in Deutschland prüfe deshalb Pläne für die Errichtung von 100-MW-Elektrolysen in der Rheinland-Raffinerie, in Hamburg und Bayern.

Zusammenarbeit, Verlässlichkeit und Dialogfähigkeit

Die Panelteilnehmer waren sich einig: Um die Transformation zur Netto-Null-Gesellschaft zu schaffen, müssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenarbeiten, wie Huibert Vigeveno betonte. Dialogfähigkeit sei wichtig und die Wirtschaft müsse aufrichtig veränderungsbereit sein. Shell sei dazu bereit.

Europa allerdings liege bei vielen Fragen derzeit noch weit auseinander, „und das ist eine große Gefahr“, so Christian Hochfeld. Die Transformation könne nicht gelingen, wenn Europa nur auf wirtschaftliche Kooperation reduziert werde. Vielmehr müsse der European Green Deal ein Gemeinschaftswerk werden.

Vorsichtiger Optimismus für die Zukunft

Eine Frage an die mehr als 1000 Gäste vor den Bildschirmen lautete, ob denn die Transformation der Energiesysteme in Deutschland bis 2050 gelingen werde. Fast die Hälfte der Stimmen sah es optimistisch. Dennoch sei es wichtig, auch den Skeptikern zuzuhören und sie mitzunehmen, meinte Fabian Ziegler. Auch Nico Rosberg betonte, er sei klar auf der „Wir schaffen das“-Seite.

Der beste Zeitpunkt, sich auf den Weg zu machen, sei jetzt, folgerte Christian Hochfeld. Die Ankündigung der Shell, zum Netto-Null-Emissions-Unternehmen werden zu wollen, komme damit zur richtigen Zeit.

Shell Energie-Dialog: Hier geht’s zur Online-Aufzeichnung

Shell Webinar „Auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen“ Zur Aufzeichnung

Shell Webinar: „Journey to Net-Zero-Emissions” Zur Aufzeichnung

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