Die Shell Tankstelle Verdistraße liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes München West, einen Kilometer von der Auffahrt zur A8 entfernt. Die Station gehört zu den ersten Tankstellen, die bundesweit im Rahmen der Clean Energy Partnership und mit Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) errichtet werden. Die H2-Station in der Verdistraße wurde über das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) gefördert. Bauherr der neuen H2-Station auf der Shell Tankstelle ist Linde, betrieben wird die Wasserstoff-Anlage vom Gemeinschaftsunternehmen H2 MOBILITY Deutschland.

Linde setzt bei der Tankstellentechnik eine neue Generation der selbst entwickelten Kryopumpe ein, die den flüssig gespeicherten Wasserstoff in einen auf 900 bar komprimierten, gasförmigen Zustand umwandelt. Die fortschrittliche Technologie wird auch in die USA, Japan und China exportiert. Bis zu 200 Autos können damit täglich betankt werden. Die Kapazität der Flüssigtanks lässt sich bei Bedarf von derzeit 400 kg auf 800 kg erweitern.

Die Wasserstoff-Station entspricht dem neuesten Stand der Technik. Ihre Bedienung durch den Autofahrer ist intuitiv; das Betanken ähnelt der konventioneller Fahrzeuge und ist in drei bis fünf Minuten abgeschlossen.

E-Mobilität mit Wasserstoff senkt CO2-Emissionen

Wasserstoff bietet die Möglichkeit, das Kraftstoffangebot im Verkehrssektor klimafreundlich zu erweitern, denn mithilfe von Wasserstoff, der mit erneuerbarer Energie erzeugt wird, lassen sich klimaschädliche CO2-Emissionen deutlich senken. Der Betrieb eines H2-betriebenen Brennstoffzellen-Fahrzeugs verursacht weder lokale Schadstoffe noch Kohlendioxid (CO2)-Emissionen. Die Reichweite dieser Fahrzeuge liegt bei 500 bis 800 Kilometern pro Tankfüllung.

Damit Elektromobilität mit Wasserstoff zur Erfolgsgeschichte wird, bedarf es eines attraktiven Angebots an Brennstoffzellen-Fahrzeugen sowie zugleich einer entsprechenden Versorgungs-Infrastruktur. Der Ausbau des entsprechenden Tankstellen-Netzes schreitet gut voran. Zurzeit gibt es 53 H2-Tankstellen in Deutschland; bis Ende 2019 werden es bundesweit 100 Stationen sein.

Die Grundlage für den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland hat das Demonstrationsprojekt Clean Energy Partnerschaft (CEP) mit der Festlegung von gemeinsamen Standards und Normen gelegt.

Zur Eröffnung der H2-Station München-Verdistraße äußerten sich die Beteiligten:

Thomas Zengerly, Vorsitzender der Geschäftsführung Shell Deutschland Oil GmbH:

„Wasserstoff-Technik ist eine vielversprechende Technologie und H2 ein Kraftstoff für saubere Mobilität. Wir gehen davon aus, dass dieser alternative Antrieb ab den zwanziger Jahren in Märkten wie Deutschland, England, Benelux, den USA und Japan eine immer größere Rolle spielt. Wir bei Shell sind auf Kurs.“

Dr. Christian Bruch, Mitglied des Vorstandes der Linde AG:

„Der Wasserstofftechnologie kommt eine entscheidende Rolle bei der erfolgreichen Verbreitung der Elektromobilität zu. Hohe Reichweite, kurze Betankungszeit und gute Speicherfähigkeit vor Ort sind entscheidende Kriterien für eine verstärkte Anwendung von Wasserstoff. Linde-Technologien kommen dabei an allen Schlüsselstellen der H2-Wertschöpfungskette zum Einsatz und sorgen für hohe Effizienz.“

Nikolas Iwan, Geschäftsführer H2 MOBILITY Deutschland GmbH:

„Deutschland ist auf dem Weg zum Vorreiter in Sachen Elektromobilität mit Wasserstoff. Wir bauen derzeit mit den ersten 100 Stationen in Ballungszentren sowie entlang Fernstraßen und Autobahnen das Rückgrat der Wasserstoff-Infrastruktur. Beim Ausbau richten wir uns nach der Nachfrage.“

Thomas Bystry, Shell Projektleiter und Vorsitzender der Clean Energy Partnership:

„Wasserstoff hat das Potential, als Kraftstoff und Speichermedium einen großen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Die Partner der Clean Energy engagieren sich aus Überzeugung für die Markaktivierung der Wasserstoffmobilität und nutzen dabei bestmöglich Synergien.“

Stephanie Jacobs, Umwelt- und Gesundheitsreferentin der Stadt München:

„Wir alle brauchen saubere Luft zum Atmen und eine intakte Umwelt. Gerade in wachsenden Großstädten ist deshalb möglichst schnell der Individualverkehr auf emissionsfreie bzw. -arme Fahrzeuge umzustellen. Aus diesem Grund fördert die Landeshauptstadt München die Umstellung der Münchner Taxiflotte auf E-Taxis und Brennstoffzellenfahrzeuge. Mit der Eröffnung der Wasserstofftankstelle leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Infrastrukturausbau, der für Brennstoffzellenfahrzeuge aktuell noch zu schleppend verläuft und erhalten München damit weiter lebens- und liebenswert.“

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