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Der erste Motorenölwechsel in einem neuen Auto – wie sollte er durchgeführt werden?

Der erste Motorenölwechsel in einem neuen Auto ist ein wichtiger, jedoch oft unterschätzter Moment. Er markiert den Abschluss des Einfahrprozesses des Motors, der für seine zukünftige Haltbarkeit von grundlegender Bedeutung ist. Der Zeitpunkt und die Art der Durchführung entscheiden maßgeblich darüber, in welchem Zustand sich die Antriebseinheit in den kommenden Jahren befinden wird.

1. Der erste Motorenölwechsel in einem neuen Auto – wie wichtig ist er?

Der erste Motorenölwechsel hat eine sehr große Bedeutung, denn gerade in den ersten Kilometern „setzt“ sich der Motor am stärksten und erzeugt die größte Menge an Mikrozuschlägen und feinen Verunreinigungen. In einem neuen Fahrzeug passen sich die miteinander arbeitenden Komponenten – Kolben, Ringe, Zylinder oder Lager – schrittweise aneinander an. Dieser Vorgang wird als „Einfahren des Motors“ bezeichnet, und sein natürlicher Effekt ist die Entstehung kleiner Späne und Metallpartikel, die sich im Motorenöl und im Filter ablagern.

Zwar werden Antriebseinheiten so konstruiert, dass sie diesen Abschnitt problemlos bewältigen können. Dennoch ist der erste Motorenölwechsel der wichtigste, da er ermöglicht, sämtliche in der Anfangsphase angesammelten Verunreinigungen aus dem System zu entfernen.

Wann sollte man den Motorenölwechsel im Auto zum ersten Mal durchführen?

Am wichtigsten sind die Empfehlungen des Fahrzeugherstellers. Diese unterscheiden sich je nach Marke, Motortyp und Ölstandard. In manchen Fahrzeugen ist der erste Wechsel fest im Wartungsplan vorgesehen, während er bei anderen früher erfolgen kann – beispielsweise nach einer bestimmten Kilometerleistung (wenn der Hersteller einen sogenannten „Early Service“ empfiehlt).

2. Wie funktioniert das werksseitige Motorenöl und welche Prozesse laufen während des Einfahrens ab?

Das in den Motor eines neuen Fahrzeugs eingefüllte Motorenöl ist kein „gewöhnliches“ Motorenöl aus dem Regal. Im Gegenteil – es handelt sich um ein Produkt, das speziell für die erste Phase des Motorbetriebs entwickelt wurde.

Wesentliche Eigenschaften des werksseitigen Motorenöls:

  • enthält weniger korrosionshemmende Additive,
  • weist andere Viskositätseigenschaften auf,
  • ist so formuliert, dass es die korrekte Ausbildung der Reibflächen unterstützt.

Die besondere Zusammensetzung des Werkfüllöls ergibt sich daraus, dass in der ersten Nutzungsphase verschiedene Prozesse im Motor ablaufen:

  • Die Kolbenringe passen sich an die Zylinderlaufflächen an.
  • Mikroskopische Oberflächenunebenheiten werden abgetragen.
  • Im Motorenöl erscheinen mikroskopisch kleine Späne und Partikel, die aus dem normalen Betrieb der neuen Antriebseinheit stammen.

Diese Partikel sind ein natürlicher Bestandteil des Einfahrprozesses, müssen jedoch beim ersten Motorenölwechsel entfernt werden, damit sie nicht im System zirkulieren und Bauteile wie Lager oder die Ölpumpe belasten.

3. Motorenölwechsel im neuen Auto – wie läuft er ab und was umfasst er?

Der Motorenölwechsel in einem neuen Auto verläuft zwar ähnlich wie bei Fahrzeugen, die bereits viele Jahre in Betrieb sind, doch die Bedeutung dieser Maßnahme ist in der Anfangsphase deutlich höher.

Während des Wechsels wird das „Startöl“ aus dem Schmiersystem abgelassen – zusammen mit einer Vielzahl mikroskopisch kleiner Verunreinigungen, die während des Einfahrens des Motors entstanden sind. Genau deshalb sind Sorgfalt und die korrekte Vorgehensweise besonders wichtig.

1) Ablassen des Motorenöls – Entfernen von Metallpartikeln und Ablagerungen

Der Mechaniker beginnt damit, das Fahrzeug anzuheben und die Ablassschraube zu lösen. Das Motorenöl wird meist mehrere Minuten lang abgelassen, denn je mehr entfernt werden kann, desto geringer ist das Risiko, dass Metallreste in der Ölwanne verbleiben.

In einigen Fällen bietet es sich an, den Motorenölwechsel auf Auffahrrampen durchzuführen, da dies den Zugang zur Ablassschraube erleichtert, ohne einen Wagenheber verwenden zu müssen. Wichtig ist jedoch, dass das Fahrzeug stabil und auf ebenem Untergrund steht und der Motor leicht warm ist – nur dann kann das Motorenöl vollständig ablaufen und die Arbeit korrekt durchgeführt werden.

2) Wechsel des Ölfilters – ein absolut unverzichtbarer Schritt

Der Ölfilter fängt den größten Teil der Mikropartikel aus Metall ab. Deshalb muss er unbedingt ersetzt werden. Das Auslassen dieses Schritts könnte:

  • dazu führen, dass alte Verunreinigungen in das frische Motorenöl gelangen,
  • den Ölfluss bei höheren Drehzahlen einschränken,
  • sowie einen schnelleren Verschleiß der Lager oder der Ölpumpe verursachen.

In einem neuen Motor kann der Filter eine um ein Vielfaches größere Menge an Spänen enthalten als zu späteren Zeitpunkten – daher ist sein Austausch zwingend notwendig.

3) Einfüllen des geeigneten Motorenöls und Kontrolle des Ölstands

Nachdem die Ölwanne vollständig entleert wurde, montiert der Mechaniker einen neuen Ölfilter, zieht die Ablassschraube fest und befüllt das System mit frischem Motorenöl. Der Ölstand wird zweimal geprüft:

  • zuerst nach dem Befüllen im kalten Zustand,
  • anschließend nach dem Starten des Motors, sobald die Ölkanäle vollständig gefüllt sind.

Das neue Motorenöl muss einen stabilen Betriebsdruck aufbauen. Deshalb lässt der Mechaniker den Motor einige Minuten im Leerlauf laufen und beobachtet dabei die Öldruckanzeige sowie mögliche Undichtigkeiten.

4) Zurücksetzen der Service‑Inspektion

Alle modernen Fahrzeuge verfügen über elektronische Servicerinnerungen. Das Zurücksetzen dieser Anzeige ermöglicht es dem Bordcomputer, die kommenden Intervalle – sowohl nach Laufleistung als auch nach Zeit – korrekt zu überwachen.

First oil change in a new car

4. Welches Motorenöl sollte man für den ersten Wechsel wählen? Die wichtigsten Regeln

Die richtige Auswahl des Motorenöls ist die Grundlage für den Schutz eines neuen Motors. Das Motorenöl für den ersten Wechsel muss unbedingt den Herstelleranforderungen/ Spezifikationen entsprechen, denn die Viskositätsparameter, das Additivpaket sowie die Qualitätsklassifikationen entscheiden über die korrekte Schmierung und die sichere Fortsetzung des Einfahrprozesses.

Warum ist die Viskosität des Motorenöls so wichtig?

Jedes Motorenöl besitzt bestimmte SAE-Klassen (z. B. 0W‑20, 5W‑30, 0W‑16), die seine wichtigsten Eigenschaften bestimmen:

  • sie beeinflusst, wie schnell das Motorenöl durch den kalten Motor fließt,
  • sie wirkt sich auf die Abdichtung zwischen Kolbenringen und Zylinder aus,
  • sie entscheidet über den Schutz des Motors bei hohen Temperaturen.

Moderne Motoren werden sehr genau geplant. Dabei spielt das Motoröl eine wichtige Rolle. Es wird nicht zufällig gewählt, sondern passend zum Motor entwickelt.

Jeder Motor hat andere Anforderungen. Deshalb braucht er ein Öl, das genau dazu passt. Das richtige Öl sorgt dafür, dass sich alle beweglichen Teile gut schmieren, der Motor nicht zu heiß wird und möglichst wenig Kraftstoff verbraucht.

Siehe auch: Viskosität Motorenöl | Shell

API-, ACEA- und OEM‑Klassifikationen

Neben der Viskosität legt der Hersteller auch Qualitätsklassifikationen für das Motorenöl fest, darunter:

  • API – z. B. API SP oder API SN, die Aussagen über Verschleißschutz, Oxidationsbeständigkeit und die Eignung für Ottomotoren treffen.
  • ACEA – z. B. C5 oder C6, besonders wichtig für moderne Antriebe mit Abgasnachbehandlung, einschließlich Partikelfilter.
  • Herstellerklassifikationen (OEM) – spezifische Anforderungen einzelner Fahrzeughersteller für bestimmte Motoren.

Diese Klassifikationen gewährleisten, dass das Motorenöl eine ausreichende Schmierung bietet, den Motor vor Überhitzung schützt und mit modernen Abgasnachbehandlungssystemen kompatibel ist.

In einem neuen Motor muss das Motorenöl exakt den vom Hersteller vorgegebenen Standards entsprechen.

Siehe auch: ACEA Klassifizierung | Shell

5. Wie sollte man nach dem Ölwechsel fahren?

Nach dem ersten Motorenölwechsel arbeitet der Motor bereits vollständig stabil, dennoch lohnt es sich, einige wichtige Regeln zu beachten:

  • Beobachten Sie den Motorenölstand in den ersten 500–1000 km.
    Ein neuer Filter und frisches Motorenöl stabilisieren den Öldruck im System. Bei manchen Modellen sind anfangs geringe Verluste möglich.
  • Vermeiden Sie in den ersten Kilometern extreme Motorbelastungen.
    Dazu zählen maximale Drehzahlen, abruptes Beschleunigen, Fahren mit hoher Last oder raues Fahrverhalten bei kaltem Motor.
  • Achten Sie auf die Geräuschentwicklung des Motors.
    Ungewöhnliche Geräusche können auf ein ungeeignetes Motorenöl oder auf ein Problem mit dem Öldruck hinweisen.

  • Prüfen Sie die Dichtheit nach einigen Tagen.
    Neue Dichtungen und der neue Filter sollten trocken bleiben; mögliche Undichtigkeiten müssen sofort überprüft und behoben werden.

6. Die häufigsten Fehler beim ersten Motorenölwechsel in einem neuen Auto

Der erste Motorenölwechsel ist so wichtig, dass ein Fehler in dieser Phase die Lebensdauer des Motors verkürzen kann.

Die häufigsten Fehler:

  • Missachtung der Herstellervorgaben – eine zu späte Motorenölwechsel erhöht das Risiko, dass Metallspäne im System zirkulieren.
  • Zu früher Wechsel ohne technische Grundlage – einige Motoren besitzen ein werkseitiges Motorenöl, das speziell für eine längere Einfahrphase ausgelegt ist. Ein zu früher Wechsel zu einem herkömmlichen Motorenöl kann nachteilig sein.
  • Verwendung eines Motorenöls mit ungeeigneter Viskosität – eine zu hohe oder zu niedrige Viskosität beeinträchtigt die Funktion des Schmiersystems.
  • Auslassen des Ölfilterwechsels – einer der schwerwiegendsten Fehler, da ein gebrauchter Filter weiterhin Metallpartikel enthält.
  • Mischen unterschiedlicher Viskositätsklassen oder Qualitätsklassifikationen – das Nachfüllen eines ungeeigneten Motorenöls kann das Leistungsniveau stören.
  • Hinauszögern des Wechsels wegen geringer Laufleistung – das Einfahren hängt nicht nur von der Kilometerleistung ab, sondern ebenfalls von Zeit, Betriebstemperatur und Fahrstil.

7. Jetzt wissen Sie, wann Sie den Motorenölwechsel im neuen Auto durchführen sollten!

Der erste Motorenölwechsel in einem Auto gehört zu den wichtigsten Servicearbeiten – und zwar im gesamten Lebenszyklus des Motors. Er ermöglicht das Entfernen mikroskopischer Verunreinigungen, die während des Einfahrens entstehen, und sorgt dafür, dass die Antriebseinheit bereits ab den ersten Kilometern unter optimalen Bedingungen arbeitet.

Wenn Sie die Herstellervorgaben einhalten und ein Motorenöl wählen, das der Spezifikation entspricht, sichern Sie Ihrem Motor eine lange Lebensdauer. Regelmäßige Motorenölwechsel, die Pflege des Filters und die Kontrolle des Ölstands sind die beste Investition in die Leistungsfähigkeit der Antriebseinheit – unabhängig von Marke und Modell Ihres Fahrzeugs.

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Siehe auch: Kreislauf des Motorenöls – Aufbau, Funktionsweise und Rolle beim Schutz der Antriebseinheit | Shell